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Maremma

Das ausgedehnte Hügelland im Südwesten der Toskana zwischen dem Monte Amiata und der Küste ist extrem dünn besiedelt. Kilometerlang sieht man kaum ein Haus, man genießt das Gefühl unendlicher Weite. Die Landschaft wirkt zugleich abwechslungsreich und beruhigend. Eine "andere Toskana" - keine Weinberge und Ölbaumhaine und auch kaum touristisches Business, sondern Wiesen und Felder, versteckte Schluchten und Flußtäler, Schafherden und stille Dörfer.

Am besten lernt man dieses Gebiet auf der mehrtägigen Streckenwanderung von Siena nach Pitigliano kennen, die zwischen Roccalbegna und Pitigliano vier Tage lang durch die Maremma führt. Aber auch Einzeltouren lassen sich hier gut unternehmen, wobei das größte Problem in dem einsamen Gebiet darin liegt, öffentliche Verkehrsmittel für die Rückfahrt zu finden. Fünf solcher Touren mit Rückfahrmöglichkeit (meist um 3 Std. Wanderzeit) habe ich in Wandern in der Toscana (DuMont) beschrieben: von Sassofortino nach Montemassi, von Roccalbegna nach Semproniano, von Semproniano nach San Martino sul Fiora (dieser Weg ist allerdings leider neuerdings zur Hälfte asphaltiert), von San Martino sul Fiora nach Sovana (besonders reizvoll, weil er durch die etruskische Felsnekropole von Sovana führt), von Sovana nach Pitigliano (ein Höhepunkt wegen der streckenweise noch etruskischen Wegführung und des herrlichen Blicks auf Pitigliano). Den letzteren Weg beschreibt in der Gegenrichtung auch Elizabeth Mizon, Landschaften der Toskana (Sunflower), bei der sich zudem ein Rundweg bei Saturnia findet.

Die Küste der Maremma ist vor allem im Maremmen-Naturpark südlich von Grosseto interessant - in der geschützten Küstenlandschaft steht kein einziges bewohntes Haus, sondern nur einige mittelalterliche Wachttürme und die Ruinen eines Klosters. Der Zugang zum Naturpark ist geregelt (freier Zugang von Oktober bis Mitte Juni, im Sommer muß man sich geführten Rundgängen anschließen. Informationen unter www.parco-maremma.it, Tel. 0564 407 098). Eine gut vierstündige Tour in diesem Gebiet habe ich in meinem Toskana-Wanderbuch beschrieben.

Kartenmaterial: Für große Teile der Maremma existieren nur die alten topographischen Karten des Istituto Geografico Militare im Maßstab 1:25 000 und 1:100 000 (vgl. hier). Die Kompass-Karte Maremma-Argentario-Grosseto-Isola del Giglio 1:50 000 deckt nur einen Teil des Gebiets ab. Eine gute Karte, die allerdings ebenfalls nur Teile des Gebiets umfasst, ist "Alta Maremma - Selva del Lamone" von Il Lupo im Maßstab 1:25.000 (mit italienischsprachigem Führer und 28 Touren).

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