Grande Anello dei Sibillini
Ein wunderschöner Fernwanderweg in den Monti
Sibillini, hervorragend markiert, mit guter Streckenführung. In
neun Etappen führt er als Rundweg am Rand des Gebirges entlang,
meist in Höhenlagen zwischen 600 und 1500 m. Gut trainierte
Wanderer können die Tour in fünfeinhalb Tagen
zurücklegen; dann ist man allerdings täglich zwischen
sechs und sieben Stunden unterwegs, mit Anstiegen um 1000
Höhenmeter.
Wanderkarte: Unbedingt
notwendig für die Tour ist die ausgezeichnete Karte
"Parco Nazionale dei Monti
Sibillini" 1:25 000 (SER Folignano, in Deutschland erhältlich bei www.karten-schrieb.de).
Zusammen mit den sehr guten Markierungen reicht sie ohne weitere
Wegbeschreibung für die Orientierung aus.
Streckenführung: Die
Broschüren und die Website des
Nationalparks
schlagen
vor, die Wanderung in neun Etappen durchzuführen. Praktisch ist
das
nicht sinnvoll. Erstens sind einige Etappen für eine
Tagestour zu
kurz. Zweitens existieren bisher nicht an allen vorgeschlagenen
Etappenzielen Unterkünfte. Mir scheint am sinnvollsten eine
Aufteilung auf sechs oder sieben Tagestouren: 1.-3.Tag Visso - Fiastra
- Rifugio Città di Amandola - Montemonaco (die lange Tour
Visso-Fiastra kann man auch auf zwei Tage verteilen), 4.-6.Tag
Montemonaco - Forca di Presta - Campi Vecchio - Visso oder 4.-7.Tag
Montemonaco - Colle - Colle le Cese - Campi Vecchio - Visso. Die letzte
Etappe Campi-Visso ist eine Halbtagestour.
Alternativ kann man die Wanderungeauch in Norcia oder Montemonaco
beginnen. Vorschläge zur Einteilung der Etappen und nähere
Hinweise zu den einzelnen Touren gebe ich auf der Druckversion dieser Seite.
Unterkunft: Die
Nationalparkverwaltung plant, an allen Etappenzielen eigene
Unterkünfte zu errichten. Bisher existieren solche Wanderherbergen
nur in Cupi, Fiastra, Colle, Colle Le Cese und Campi. Die Preise sind
günstig, es gibt normalerweise außer Schlafsälen auch
Doppelzimmer. Außerdem stehen an der Strecke in einigen Orten
Hotels (in Visso, Fiastra, Pintura di Bolognola, Montefortino - Ambro,
Montemonaco, Forca Canapine) sowie Berghütten (zwischen Pintura di
Bolognola und Piedivalle, an der Forca di Presta und an der Forca
Canapine). Alle Hütten stellen Bettwäsche und,
soweit nötig, Leinenschlafsäcke zur Verfügung - man
braucht also keinen eigenen Schlafsack mitzunehmen.
Der Nationalpark hat eine Liste aller Unterkünfte
am Weg ins Netz gestellt. Die Orientierung auf der Seite ist nicht
ganz einfach: Unter
"ricettività sul Grande Anello" stehen Unterkünfte direkt
an der Strecke, "ricettività in prossimità del Grande
Anello" bedeutet: nicht direkt am Weg, aber von dort zu Fuß
erreichbar. Für die Adressen und Telefonnummern muss man oben auf
der Seite auf "alloggiare in..." klicken. Wanderherbergen und
Berghütten findet man dort unter "rifugi
gestiti". (Dabei stehen das Rifugio Cupi unter "Visso", das
Rifugio Città di Amandola unter "Amandola", das Rifugio Colle
unter "Montegallo",
das Rifugio Forca di Presta unter "Arquata del Tronto", die Rifugi an
der Forca
Canapine und das Rifugio Campi unter "Norcia".)
Trinkwasser: kein Problem,
überall am Weg finden sich Quellen und Brunnen. Das Wasser ist
immer trinkbar, sofern nicht ausdrücklich "non potabile" dransteht"
Proviant: Etwas
komplizierter. Direkt am Weg gibt es nur wenige Ortschaften mit
Lebensmittelgeschäften, daher muss man die Mittagsverpflegung
meist für einige Tage im voraus planen. Einkaufen kann man nur in
Visso, Fiastra und Montemonaco (etwa 30 Min. abseits der
Wanderstrecke). Abends bekommt man allerdings in allen
Unterkünften warmes Essen, und manche Hütten verkaufen
belegte Brote, Wurst oder Käse.
Jahreszeit: Mitte Mai bis
Mitte Oktober. Am schönsten ist die Wanderung während der
Blütezeit
(normalerweise Mitte Mai bis Mitte Jun)i. In manchen Jahren liegt
allerdings in Höhenlagen über 1500 m bis Ende Mai noch
Schnee. Im Juli
und vor allem August sollte man die Unterkunft unbedingt vorbestellen.
In diesen Monaten kann es in niedrigeren Höhenlagen (unter 1000 m)
recht heiß werden.
An- und Abreise: Gute
Busverbindungen von Rom nach Visso (werktags 11.40 ab Bhf. Roma-Tiburtina, an 15 Uhr.
Alternativ mit der Bahn nach Terni, von dort ein Bus nach Visso 18.40 Uhr oder
nach Foligno, von dort Bus 15.10 Uhr) und Norcia (ab Bhf. Roma-Tiburtina,
werktags 7.20 und 14.40, jeweils rund 3.30 Std. Fahrzeit).
Fahrplanauskünfte auf www.contram.it,
Tel. 800 037 737
(Visso) und www.spoletina.it,
Tel. 0743 212 209
(Norcia). Ebenfalls gut erreichbar sind Montemonaco und Amandola, die
am Ostrand der Sibillini nah an der Wanderstrecke liegen: Täglich
8 und 14.30 Uhr direkte Busse ab Rom (ab Viale Castro Pretorio 84,
Metro-Station Castro Pretorio, 10 Fußminuten vom Bhf. Termini),
Fahrzeit 4 bzw. 4.40 Std., Auskunft unter www.startspa.it, Tel. 800 443 040
und 06 446 0567.
GPS: Ebenfalls auf
der Nationalpark-Website findet man unter www.sibillini.net/il_parco/gps/index.html
GPS-Daten und Karten zum Herunterladen.
Weitere Informationen: Genaue
Wegbeschreibungen und zusätzliche Informationen stehen in der
Broschüre des Nationalparks "Grande Anello dei Sibillini" (auch
auf englisch). Sie ist leider fast nicht mehr aufzutreiben
- vielleicht gibt es mal eine Neuauflage? Das Buch ist zum Glück
nicht unbedingt notwendig, Wegmarkierungen und SER-Karte (s.oben)
reichen zur Orientierung völlig aus.
Fotos...
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